28. Mrz 2008

1)        Situation vor dem Konzert

Menschen äußern sich über den Besitz einer Karte für das ausverkaufte Konzert im Selbstverständnis, Teil eines limitierten gigantischen Ereignisses zu sein, Zitat: „ICH habe meine Karte vor MONATEN gekauft!“

2)        Das Konzert

Nach kurzer Zeit zeichnet sich ein überraschend universelles Gesetz ab:

§ 1 Entseelte Versatzstücke von Dark Wave, New Wave, Post Punk usw. usf. (in alphabetischer Reihenfolge ohne Anspruch auf Vollständigkeit – Bauhaus, Blondie, Cure, Joy Division, New Order, U2 usw. usf.) werden zu einem nicht neuen, undynamischen Ganzen zusammengefügt.

§ 2 Der Eintönbass macht immer WUMMUMMUMMUMMUMMUMMUMMUMM usw. usf., das Schlagzeug macht immer TSCHACKBUMMTSCHACKBUMM usw. usf., die Gitarre spielt immer unrockige Mikromotive wie etwa DÜÜÜDIEDÜÜÜDIE usw. usf., der Sänger ebnet alles mittelunheftig ein  (Wer es nicht glaubt vergleiche bitte zuhause, falls vorhanden, Titel 1 „fingers in the factory“ mit Titel 2 „all sparks“, die sich lediglich durch das Tempo unterscheiden, 1 schneller als 2. Sehr bezeichnend auch die eingeebnete Coverversion des „Spiderman“ von „Cure“).

§ 3 Das Publikum ist jederzeit angebotsunabhängig nachfrageorientiert und ganz doll begeistert!

(Entschuldigung bitte: WARUM NUR???)

3)        Nach dem Konzert

Ratlosigkeit. Fest steht: Will sich eine Band programmatisch vornehmen, hier und heute megamehrheitsfähige Konsensmusik ohne emanzipatorischen Anspruch zu bieten, muss sie es offenbar SO MACHEN. SO UND NICHT VIEL ANDERS.
Da freu ich mich mal lieber auf Isis und Napalm Death.

(Text: 20.03.2008 Eiko.K)



KOMMENTAR SCHREIBEN